Fintech-Jobs in Frankfurt

In Frankfurt regieren die Banken, die das Bild der Stadt so sehr geprägt haben. Die Stadt kann als einer der bedeutendsten Fintech-Standorte Europas gelten.

Der traditionelle Banken-Standort Deutschlands

Frankfurt am Main ist ohne Zweifel die Größe im deutschen Bankenwesen und gehört daneben zu den wichtigsten Finanzplätzen Eurpas. Einige der größten deutschen Kreditinstitute sitzen hier, etwa die Commerzbank und die Deutsche Bank. Außerdem haben sich ausländische Banken wie Credit Suisse, Bank of China oder BNP Paribas in Frankfurt angesiedelt. Nicht zuletzt sitzen wichtige Insitutionen wie die Deutsche Börse, die Europäische Zentralbank oder die Finanzaufsicht Bafin in der Stadt. Trotz eines anhaltenden Stellenabbaus sind immer noch rund 60.000 Menschen in Frankfurter Banken beschäftigt. Die Stadt wird deshalb  regelmäßig als Banken- oder Finanzmetropole bezeichnet – eigentlich müsste die hessische Landeshauptstadt dann doch auch der Standort für Fintech sein, oder?

Skyline der Stadt Frankfurt
Die berühmte Banken-Skyline der Stadt Frankfurt. Bild: Flickr-Nutzer Kiefer (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Frankfurt als Fintech-Zentrum Deutschlands

Tatsächlich gibt es immer wieder Studien oder Vergleiche der internationalen Fintech-Branche, die Frankfurt für einen wichtigen Hub erachten. Die Unternehmensberatung Deloitte hat im Herbst 2016 beispielsweise einen Report veröffentlicht, der Frankfurt im internationalen Vergleich recht weit vorne sieht. Die Stadt habe alle Zutaten eines erfolgreichen Fintech-Ökosystems, heißt es darin: eine lebhafte Start-up-Szene, Investoren, Talente, Banken, Regulatoren und ein großes Netzwerk von Dienstleistern, die auf regulatorische oder rechtliche Fragen spezialisiert sind.

Langsam, aber sicher spielt die Stadt diese Vorteile auch besser aus. Die hessische Landesregierung unter Federführung von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat sich 2016 bemüht, Frankfurt besser zu positionieren: In einer Ausschreibung wurde nach Konzepten für einen Fintech Hub in der Mainmetropole gesucht, also einem physischen Ort, an dem die Fintech-Aktivitäten gebündelt werden können und der Strahlkraft für ganz Deutschland haben sollte. Fast ein Kalenderjahr später steht die Eröffnung dieses Hubs unter dem Titel Tech Quartier an.

Fintech-Start-ups in Frankfurt

Hessen ist übrigens das erste Bundesland, dass selbst in ein Fintech-Unternehmen – namentlich Vaamo – investiert hat. Je nach Zählart gibt es ein paar Dutzend Start-ups im Finanzsektor in der Stadt, darunter besagtes Vaamo oder Neulinge wie Savedroid. Echte Start-up-Größen sucht man hier allerdings vergebens. Fintech ist halt auch mehr als Start-up-Szene – und es passiert eine Menge in der Stadt, was den Titel Fintech-Zentrum Deutschlands durchaus rechtfertigen würde.

Frankfurts Player haben begriffen, dass sich die Zukunft des Bankenwesens am besten kooperativ und agil gestalten lässt: Sowohl Deutsche Börse als auch die Fintech Group haben jeweils einen Coworking Space speziell für Fintech eröffnet, die ING Diba gehört zu den Hauptsponsoren des Tech Quartiers und die Deutsche Bank hat ihre Digitalfabrik für digitale Experimente hier angesiedelt.

Ein gewichtiger Player in Sachen Digitalisierung des Finanzwesens ist auch der Main Incubator der Commerzbank, der nicht nur Fintechs fördert, sondern auch mit der regelmäßigen Veranstaltungsreihe „Between the Towers“ zur Instanz geworden ist. Hier werden regelmäßig Fintech-Innovationen vorgestellt.

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